UrnenheimatUrnenheimat

Häufige Fragen (FAQ)

1. Kann ich die Asche des Verstorbenen mit nach Hause nehmen?

Im deutschen Bestattungsrecht ist die freie Verfügung über die Asche eines Verstorbenen nicht vorgesehen. Der Friedhofszwang verbietet es in Deutschland, die Asche eines Verstorbenen im Privatbereich zu verwahren.
Es gibt jedoch kein Gesetz, das eine Kremierung, z.B. in den Niederlanden, verbietet. Die Asche kann dann von den Angehörigen abgeholt oder nach Deutschland zurückgeschickt werden. Über diesen Weg ist es theoretisch möglich, die Asche zur freien Verfügung zu erhalten. Man muss sich allerdings darüber bewusst sein, dass es eine Ordnungswidrigkeit ohne Strafbehaftung darstellt, die Asche dann in Deutschland nicht auf dem Friedhof bestatten zu lassen. Im Falle einer entdeckten Zuwiderhandlung, können die Behörden die Asche zum Zwecke der Zwangsbestattung einfordern.
Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich gerne an mich!

2. Kann ich den Bestatter selbst auswählen?

Oft kommt es vor, dass Pflege- oder Altenheime, Krankenhäuser oder Pflegedienste im Todesfall einen Bestatter nennen und den Eindruck erwecken, man müsse nun unbedingt diesen mit der Erledigung des Sterbefalls beauftragen.
Das ist nicht zulässig, denn es ist Pflicht und Berechtigung der Angehörigen, den Bestatter frei auswählen zu können. Lassen Sie sich also zu nichts drängen.
Die beste Variante ist es vorzusorgen. Die meisten Heime z.B. bestehen darauf, dass schon unmittelbar nach dem Einzug eine Bestattungsvorsorge bei einem Bestatter freier Wahl nachgewiesen wird. Dann gibt es im Falle eines Falles keine Hektik und keine Diskussionen.
Partner für eine Bestattungsvorsorge kann jeder Bestatter sein. Empfehlenswert ist es auch, sich Gedanken über die Finanzierung der Bestattung zu machen. Da kommt z.B. eine Sterbegeldversicherung in Frage, bei der schon nach kurzer Wartezeit die volle Summe ausgezahlt wird, unabhängig davon, wie lange man schon eingezahlt hat.

3. Kann es nicht im Krematorium zu Verwechslungen der Verstorbenen kommen?

Die Ofenmarke, ein unzerstörbarer nummerierter Stein, wird vor dem Einäschern in den Sarg gelegt und dient der zweifelsfreien Zuordnung. Spezielle Kleidung ist nicht vorgeschrieben.

4. Sind auch Grabbeigaben gestattet?

Grundsätzlich sind Grabbeigaben erlaubt. Im Falle einer Einäscherung dürfen es allerdings nur brennbare Beigaben sein.

5. Kann man die Asche des Verstorbenen auf seinem Privatgelände verstreuen?

Nein — lediglich in Bremen wird dies ab 2015 möglich sein! Nur noch jeder zweite Bundesbürger wünscht sich ein Grab auf dem Friedhof. Als erstes Bundesland erlaubt Bremen jetzt, die Asche von Angehörigen auch im heimischen Garten zu verstreuen. In der Freien Hansestadt darf damit ab Januar 2015 die Asche eines jeden Verstorbenen theoretisch überall verteilt werden. Als erstes Bundesland schafft Bremen den nach dem Feuerbestattungsgesetz von 1934 geltenden Friedhofszwang quasi ab.
Natürlich: Es gibt da allerlei zu beachten. Zum Beispiel, dass der Verstorbene "in einer schriftlichen Verfügung einen Verstreuungsort zur Ausbringung" und eine "Person zur Totenfürsorge" bestimmt haben muss. Diese Person sollte gleich nach Ableben des zu Verstreuenden nicht nur eine "Zustimmungserklärung des Grundstückseigentümers" nachweisen, sondern auch eidesstattlich versichern, dass es beim Verstreuen nicht zu einer "unzumutbaren Beeinträchtigung benachbarter Grundstücke" kommt.

Für die Bremer Bürger ist die Umsetzung dieses Wunsches ab Januar neben Blumen und Bäumen möglich. Allerdings muss der "Totenfürsorger" eidesstattlich versichern, auf das Ausstreuen bei "starken Windströmungen" zu verzichten. Die Asche des Toten könne sonst verblasen werden. Auch die "direkte Nachbarsgrenze" ist für die ewige Ruhe tabu, es sei denn, es liegt "eine ausdrückliche Einwilligung" vor. Nicht toleriert wird laut Bausenat zudem die Ausbringung der Asche auf dem Balkon. Schließlich könne der Regen den Toten in für ihn nicht vorgesehene Stockwerke spülen.

Aber es bedeutet auch ein Stück weit mehr Selbstbestimmtheit für die Angehörigen, in privaten Räumen Abschied nehmen zu können und dem Wunsch des Verstorbenen, vielleicht unter dem Apfelbaum im eigenen Garten die letzte Ruhe zu finden, entsprechen zu dürfen.