Die Bestattungskultur in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Während die klassische Erdbestattung lange Zeit die dominierende Form war, entscheiden sich heute deutlich mehr Menschen für eine Feuerbestattung mit anschließender Urnenbeisetzung. Für das Jahr 2026 liegt allerdings keine amtliche Destatis-Statistik vor, die sämtliche Bestattungsfälle bundesweit nach Erd- und Feuerbestattung aufschlüsselt. Der Bundesverband Deutscher Bestatter nennt aktuell ein Verhältnis von rund 80 Prozent Feuerbestattungen zu 20 Prozent Erdbestattungen. Bestatter
Feuerbestattung und Erdbestattung 2026 im Vergleich
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten verfügbaren Größen für Deutschland zusammen. Die Fallzahlen für Feuer- und Erdbestattungen sind dabei Näherungswerte, die aus der aktuellen 80:20-Verteilung und den Sterbefällen berechnet werden.
| Kennzahl | Feuerbestattung | Erdbestattung |
|---|---|---|
| Anteil an den Bestattungen | ca. 80 % | ca. 20 % |
| Geschätzte Bestattungen auf Basis 2025 | ca. 802.500 | ca. 200.600 |
| Typische Beisetzung | Urne | Sarg |
| Platzbedarf auf dem Friedhof | geringer | höher |
| Mögliche Bestattungsformen | Urnengrab, Baum, See, Gemeinschaftsgrab u. a. | Wahlgrab, Reihengrab u. a. |
| Entwicklung | deutlich zunehmend | langfristig rückläufig |
| Deutschland 2026 | dominierende Bestattungsart | weiterhin verbreitet |
Berechnung: Grundlage sind 1.003.130 Sterbefälle im Jahr 2025. Bei einem angenommenen Verhältnis von 80 zu 20 ergeben sich rechnerisch rund 802.500 Feuer- und 200.600 Erdbestattungen. Diese Werte sind keine amtlich erfassten Bestattungszahlen, sondern eine statistische Modellrechnung. Destatis
Wie viele Menschen werden in Deutschland eingeäschert?
Die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte zeigt einen starken Wandel zugunsten der Feuerbestattung. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Bestatter liegt der aktuelle Anteil der Feuerbestattungen bei etwa 80 Prozent. Damit wird inzwischen ungefähr vier von fünf Verstorbenen in Deutschland eingeäschert. Bestatter
Auch Aeternitas, die Verbraucherinitiative Bestattungskultur, berichtet 2026 von einem entsprechenden langfristigen Trend. Nach den aktuell verfügbaren Angaben werden in Deutschland mittlerweile mehr als 80 Prozent der Verstorbenen eingeäschert. Aeternitas
Die Kremation ist dabei nicht gleichbedeutend mit einer klassischen Urnenbeisetzung. Nach der Einäscherung stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählen beispielsweise das Urnengrab auf einem Friedhof, eine Baumbestattung, eine Seebestattung oder verschiedene Formen von Gemeinschafts- und pflegefreien Grabstätten.
Entwicklung der Bestattungsarten seit 1990
Noch Anfang der 1990er-Jahre war die Situation deutlich anders. Historische Untersuchungen zur deutschen Bestattungskultur zeigen, dass damals die Erdbestattung noch klar überwog. Eine Aeternitas-Auswertung aus den 1990er-Jahren ermittelte beispielsweise eine Präferenz von 58 Prozent für die Erdbestattung, während etwa ein Drittel eine Feuerbestattung bevorzugte. Aeternitas
In den folgenden Jahrzehnten verschoben sich die Verhältnisse erheblich. Eine wissenschaftliche Auswertung der Entwicklung bis Mitte der 2010er-Jahre zeigt, dass der Anteil der Feuerbestattung bereits deutlich über demjenigen der Erdbestattung lag. Aeternitas
Auch eine repräsentative Untersuchung im Auftrag des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur kam 2016 auf einen geschätzten Kremationsanteil von rund 64 Prozent. Bestatter
Die Entwicklung lässt sich vereinfacht darstellen:
| Zeitraum | Feuerbestattung | Erdbestattung | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 1990er-Jahre | etwa ein Drittel | Mehrheit | Erdbestattung dominierend |
| Mitte der 2000er | rund 50–60 % | rund 40–50 % | Übergangsphase |
| Mitte der 2010er | rund zwei Drittel | rund ein Drittel | Feuerbestattung führend |
| heute | ca. 80 % | ca. 20 % | Feuerbestattung deutlich dominierend |
| 2026 | ca. 80 %* | ca. 20 %* | aktuelles Branchenverhältnis |
* Branchenangabe bzw. Näherungswert, keine amtliche Destatis-Jahresstatistik.
Warum nimmt die Feuerbestattung zu?
Für den Siegeszug der Kremation gibt es mehrere Gründe. Ein wichtiger Faktor ist der geringere Platzbedarf einer Urne. Dadurch können Friedhöfe kleinere Grabflächen anbieten. Außerdem existieren zahlreiche alternative Formen der Urnenbeisetzung.
Auch die Kostenstruktur kann eine Rolle spielen. Eine Feuerbestattung ist allerdings nicht automatisch günstiger als eine Erdbestattung. Entscheidend sind unter anderem Krematorium, Bestatter, Sarg, Urne, Grabart, Friedhofsgebühren, Trauerfeier und Grabpflege. Der Bundesverband Deutscher Bestatter weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Feuerbestattung nicht zwangsläufig kostengünstiger sein muss. Bestatter
Hinzu kommen gesellschaftliche Veränderungen. Traditionelle religiöse Bindungen nehmen ab, während individuelle und pflegearme Bestattungsformen stärker nachgefragt werden. Aeternitas beziffert den Anteil kirchlich begleiteter Bestattungen für 2024 auf nur noch 43,3 Prozent. Im Jahr 2000 hatte dieser Anteil noch 71,5 Prozent betragen. Aeternitas
Entwicklung der Sterbefälle als wichtige Grundlage
Für die Einordnung der Bestattungsstatistik ist auch die Zahl der Todesfälle relevant. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes starben 2025 in Deutschland 1.003.130 Menschen. Damit lag die Zahl nur geringfügig unter dem Vorjahreswert von 1.007.758. Destatis
Für 2026 veröffentlicht Destatis laufend aktualisierte Sterbefallzahlen. Die derzeit verfügbaren Zahlen für 2026 sind allerdings teilweise vorläufig und eignen sich nicht dazu, daraus bereits eine endgültige Jahresstatistik der Bestattungsarten abzuleiten. Destatis
Fazit: Feuerbestattung liegt 2026 deutlich vorne
Die Feuerbestattung ist 2026 in Deutschland die mit Abstand häufigere Bestattungsart. Das aktuelle Branchenverhältnis liegt bei ungefähr 80 Prozent Feuerbestattungen und 20 Prozent Erdbestattungen. Damit hat sich das Verhältnis gegenüber den 1990er-Jahren grundlegend verändert.
Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen Sterbefallstatistik und Bestattungsstatistik: Destatis erfasst die Zahl der Verstorbenen, veröffentlicht aber keine jährlich aktualisierte bundesweite Tabelle mit allen Bestattungen nach Erd- und Feuerbestattung. Die für 2026 genannten 80 beziehungsweise 20 Prozent sind deshalb als aktuelle Branchenangabe und nicht als amtliche Vollerhebung zu verstehen.
Für Angehörige bedeutet der Trend zugleich eine größere Auswahl: Von der klassischen Urnen- oder Sargbestattung über pflegefreie Grabformen bis hin zu Baum- und Seebestattungen reicht inzwischen ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Die konkrete Auswahl hängt neben persönlichen Wünschen auch von den jeweiligen Bestattungsgesetzen und Friedhofsregelungen des Bundeslandes ab.
Quellen: