Woran sterben die Menschen in Deutschland am häufigsten – und unterscheidet sich das je nach Lebensalter? Grundlage für die Beantwortung dieser Frage ist die amtliche Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamts, die auf den ärztlichen Todesbescheinigungen aller Sterbefälle basiert. Dieser Beitrag zeigt die aktuellen Zahlen für Deutschland sowie die deutlichen Unterschiede zwischen den Altersgruppen.
Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich nicht um eine Steuer- oder Rechtsberatung. Der Artikel wurde mit großer Sorgfalt recherchiert. Dennoch sind alle Angaben, insbesondere zu Kosten oder Preisen ohne Gewähr und können sich jederzeit ändern. Der Artikel wurde am 12.09.2026 veröffentlicht und zuletzt am 12.09.2026 editiert.
Die häufigsten Todesursachen in Deutschland im Überblick
Im Jahr 2024 starben in Deutschland nach den Ergebnissen der Todesursachenstatistik rund 1,0 Millionen Menschen, etwa 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Die folgende Tabelle zeigt die häufigsten Todesursachen nach Krankheitsgruppen.
| Todesursache | Sterbefälle 2024 | Anteil an allen Todesfällen |
|---|---|---|
| Krankheiten des Kreislaufsystems (u. a. Herzinfarkt, Schlaganfall) | 339.212 | 33,7 % |
| Bösartige Neubildungen (Krebs) | 230.392 | 22,9 % |
| Demenzerkrankungen | 61.927 | ca. 6 % |
| Suizid | 10.372 | 1,0 % |
| Verkehrsunfälle | rund 2.800 | unter 1 % |
Krankheiten des Kreislaufsystems und Krebserkrankungen sind seit Jahren die beiden mit Abstand häufigsten Todesursachen und machten 2024 zusammen 56,5 Prozent aller Sterbefälle aus. Die häufigsten Einzeldiagnosen innerhalb dieser Gruppen waren zuletzt die chronische ischämische Herzkrankheit, der akute Herzinfarkt sowie Lungenkrebs. Auffällig ist der weiter steigende Trend bei Demenzerkrankungen: Mit knapp 62.000 Sterbefällen lag die Zahl 2024 rund 4,4 Prozent über dem Vorjahr und 23,2 Prozent über dem Zehnjahresdurchschnitt.
Entwicklung im Zeitverlauf
Der Anteil der Krebstodesfälle an allen Sterbefällen ist langfristig rückläufig: Vor 20 Jahren lag er noch bei 25,6 Prozent, 2024 bei 22,9 Prozent. Als mögliche Gründe nennt das Statistische Bundesamt verbesserte Behandlungsmethoden sowie Fortschritte bei Früherkennung und Prävention. Bei den Krankheiten des Kreislaufsystems zeigt sich ebenfalls seit Jahren ein leicht rückläufiger Trend, wobei diese Gruppe weiterhin klar an erster Stelle steht.
Verteilung der Todesursachen nach Altersgruppen
Welche Todesursache am häufigsten auftritt, unterscheidet sich stark je nach Lebensalter. Insgesamt waren mehr als die Hälfte der verstorbenen Frauen und fast ein Drittel der verstorbenen Männer 85 Jahre oder älter, wenn sie starben – ein Hinweis darauf, wie stark das Sterbegeschehen insgesamt vom hohen Alter geprägt ist.
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (10 bis unter 25 Jahre): In dieser Altersgruppe ist Suizid die häufigste Einzeltodesursache, noch vor Verkehrsunfällen und Krebs. Rund 18 Prozent aller Todesfälle in dieser Altersgruppe gehen auf einen Suizid zurück. Nicht natürliche Todesursachen wie Unfälle spielen in jungen Jahren insgesamt eine deutlich größere Rolle als im höheren Lebensalter.
Mittlere Altersgruppen (etwa 25 bis 65 Jahre): Hier treten bösartige Neubildungen als bedeutendste Todesursache in den Vordergrund. Krebserkrankungen der Verdauungsorgane sowie der Atmungsorgane (insbesondere Lungen- und Bronchialkrebs) sind bei Männern und Frauen gleichermaßen häufig vertreten. Bei Frauen ist Brustkrebs die häufigste Einzeldiagnose unter den Krebstodesfällen, bei Männern Prostatakrebs.
Höheres Lebensalter (ab etwa 65 bis 75 Jahren): In dieser Phase gewinnen Krankheiten des Kreislaufsystems zunehmend an Bedeutung und lösen Krebserkrankungen als häufigste Todesursache ab.
Hochbetagte (85 Jahre und älter): Bei den ältesten Altersgruppen dominieren eindeutig Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Demenzerkrankungen. Der Anteil von Suiziden an allen Todesfällen liegt in dieser Gruppe dagegen nur noch bei etwa 0,3 Prozent – ein deutlicher Kontrast zu den 18 Prozent bei den 10- bis unter 25-Jährigen.
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Bei Suiziden entfallen etwa 71 bis 73 Prozent der Fälle auf Männer, bei einem relativ konstanten Verhältnis über die letzten beiden Jahrzehnte. Bei Demenzerkrankungen ist es umgekehrt: 2024 starben rund 40.680 Frauen, aber nur etwa 21.247 Männer an Demenz – Demenz zählt bei Frauen seit Jahren zu den häufigsten Todesursachen überhaupt, was unter anderem mit der im Schnitt höheren Lebenserwartung von Frauen zusammenhängt.
Warum ist diese Statistik wichtig?
Die Todesursachenstatistik liefert nicht nur historische Zahlen, sondern bildet eine wichtige Grundlage für Gesundheitspolitik, Prävention und medizinische Forschung. Sie zeigt zum Beispiel, wie sich Behandlungserfolge bei Krebserkrankungen langfristig auf die Sterblichkeit auswirken, macht aber auch auf wachsende Herausforderungen wie die steigende Zahl an Demenzerkrankungen oder die anhaltend hohe suizidbedingte Sterblichkeit bei jungen Menschen aufmerksam.
Fazit
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs bleiben die mit Abstand häufigsten Todesursachen in Deutschland und sind zusammen für mehr als die Hälfte aller Sterbefälle verantwortlich. Ein Blick auf die Altersgruppen zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: Während bei jungen Menschen nicht natürliche Todesursachen wie Suizid und Unfälle im Vordergrund stehen, dominieren in mittleren Jahren Krebserkrankungen und im hohen Alter Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Demenz. Diese Unterschiede sind wichtig, um Präventions- und Versorgungsangebote gezielt auf die jeweilige Lebensphase auszurichten.
Quellen
- Statistisches Bundesamt – Todesursachen in Deutschland (Themenseite)
- Statistisches Bundesamt – Todesursachen 2024: Immer mehr Menschen versterben an Demenz
- Statistisches Bundesamt – Suizide in Deutschland
- Bundeszentrale für politische Bildung – Todesursachen (Die soziale Situation in Deutschland)
- gesund-aktiv-aelter-werden.de – Präventionstag gegen Suizid: Jeder 100. Todesfall in Deutschland ist ein Suizid
- AOK – Krebs bleibt zweithäufigste Todesursache in Deutschland
Hinweis: Die genannten Zahlen basieren auf der amtlichen Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamts für das Jahr 2024, die zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags die aktuellsten vollständigen Jahreswerte darstellt. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar. Bei psychischen Krisen oder Suizidgedanken hilft die Telefonseelsorge kostenlos und rund um die Uhr unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222.